Blutspenden nach dem Urlaub in Risikogebieten

Blutspende nach dem Urlaub

Die wichtigsten Regeln
Blutspendedienste Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost

von 

DRK-Blutspende Team
,

 am 04.06.2020

Wenn die großen Sommerferien anstehen und viele Menschen in den Urlaub fahren, entsteht in Politik und Wirtschaft das berüchtigte Sommerloch. So auch beim Blutspenden. Doch auch in den Sommerwochen werden Blutpräparate gebraucht – sei es für die Krebstherapie oder Herzerkrankungen, bei Unfällen oder für die Transplantation großer Organe. Wir erläutern Dir die wichtigsten Regeln für das Blutspenden nach dem Urlaub und nach Auslandsaufenthalten. (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten!)

Blut spenden nach dem Auslandsaufenthalt

Ein Urlaub im Süden ist etwas Erholsames und Wunderschönes. Leider sind die wärmeren Länder häufiger Risikogebiete für Infektionen und Krankheiten, beispielsweise Malaria, das Zika-Virus und das West-Nil-Virus. Deshalb ist, wenn Du regelmäßig Blut spendest, nach Deinem Urlaub besondere Vorsicht geboten. Zwar zählt natürlich jede Spende, besonders in der Hauptreisezeit der Sommerferien, wenn unsere Blutkonserven knapp werden. Dennoch müssen wir Dich in manch einem Fall bitten, auf das Blutspenden nach einer Reise für einen bestimmten Zeitraum zu verzichten. Der Grund: Aus Deiner Blutspende werden lebensrettende Medikamente gewonnen – und schon geringe Mengen von Krankheitskeimen können für den Empfänger Deiner Spende tödlich sein. Die Infektionsgefahr kann also eine Rückstellung von der Blutspende nach einem Auslandsaufenthalt bedeuten.

Wartezeit nach Rückkehr aus Risikogebiet

Die Sperrfristen für das Blutspenden nach einer Reise hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Reisegebiet und der genauen Reiseroute, der Reisezeit oder auch der Aufenthaltsdauer. Grundsätzlich gelten beim Blutspenden aber folgende Wartezeiten nach dem Urlaub in Risikogebieten:

  • Malaria-Gebiete: 6 Monate
  • Zika-Virus-Gebiete: 4 Wochen (erkrankt: 6 Monate nach Ausheilung)

Blutspenden nach dem Urlaub in Malaria-Gebieten

Wenn Du Dich im Urlaub in einem Risikogebiet für Malaria aufgehalten hast, wirst Du für sechs Monate von der Blutspende zurückgestellt. Zu diesen Gebieten zählen vor allem Mittel- und Zentralafrika, Südamerika (z.B. Kolumbien) und Südostasien (z.B. Indien, Vietnam, Philippinen, Indonesien).

Blutspenden nach dem Urlaub in West-Nil-Virus-Gebieten

Auch das West-Nil-Virus (WNV) kann eine Sperre verursachen. Neben dem außereuropäischen Ausland sind auch einige europäische Länder betroffen. Hauptüberträger des Virus sind Stechmücken. Das vom Virus ausgelöste West-Nil-Fieber beginnt meist abrupt als grippeähnliche Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen.
Neben den USA, Kanada und Mexiko sind u.a. Ägypten, Bulgarien, Teile von Italien, Serbien, Tunesien, Ungarn, Zypern aber auch Teile Österreichs (Stadt Wien, Wiener Umland, Niederösterreich und Burgenland) als Risikogebiete für das West-Nil-Virus eingestuft.

Zur Zeit werden die Blutspenden auf das West-Nil-Virus getestet, so dass eine Blutspende nach Aufenthalt in Risikogebieten möglich ist, bei Änderungen informieren wir entsprechend! 

Blutspenden nach dem Urlaub in Zika-Virus/Dengue- und Chikungunya-Gebieten

Risikogebiete für diese Infektionskrankheiten:

  • Süd- und Mittelamerika,
  • Karibik,
  • Inseln im Pazifischen Ozean mit Amerikanisch Samoa und Samoa,
  • Südostasien (mit Indien),
  • afrikanische Länder südlich der Sahara einschließlich der Kapverden und
  • Florida, USA

Spenderinnen und Spender, die sich in einem Endemiegebiet für Zika-Virus/Dengue- und Chikungunya-Virusübertragungen aufgehalten haben, sind vier Wochen von der Blutspende zurückgestellt. Personen, mit einer Erkrankung durch Dengue- oder Chikungunya-Fieber oder einer tatsächlichen Zika-Virusinfektionen dürfen erst sechs Monate nach Ausheilung der Erkrankung Blut spenden.

Sonderregelungen bei besonders langen Aufenthalten

Falls Dein Aufenthalt in einem der Risikogebiete länger als sechs Monate gedauert hat oder Du sogar in einem Gebiet mit erhöhtem Risiko geboren und aufgewachsen bist, gelten längere Sperrfristen. Bei Malaria kann eine solche Sperre frühestens nach vier Jahren mit einem negativen Malariatest aufgehoben werden. Zusätzlich gilt eine Sperre für HIV- und Hepatitis-Risikogebiete, falls Du Dich dort wiederum länger als sechs Monate aufgehalten haben solltest.

Sonderregelungen in Corona-Zeiten

Während der Corona-Zeit gelten bis auf Weiteres zusätzliche Ausnahmeregelungen für das Blutspenden nach Auslandsaufenthalten. Um sicherzugehen, dass sich die Spender nicht im Ausland mit Covid-19 infiziert haben - ggf. ohne Symptome zu zeigen - werden Spendenwillige für 2 Wochen nach Rückkehr aus dem Ausland von der Blutspende zurückgestellt. Ausgenommen von dieser Regel sind aber Reisende, die aus folgenden Ländern zurückkehren (Änderungen vorbehalten): 

  • Belgien
  • Dänemark
  • Frankreich
  • Niederlande
  • Polen
  • Tschechische Republik
  • Österreich
  • Schweiz
  • Liechtenstein

Wenn Du also von einem Aufenthalt in einem dieser Länder zurückgekehrt bist, bist Du nicht von der zweiwöchigen Sperrfrist betroffen. 

Falls Du dich in einem Risikogebiet innerhalb Deutschlands aufgehalten hast, gilt für Dich ebenfalls eine Rückstellfrist von 2 Wochen. Als Risikogebiete in Deutschland werden Gebiete eingestuft, die gemäß der Verlautbarung "Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019" eine Inzidenz von ≥50/100.000 pro 7 Tage aufweisen. Diese zusätzlichen Sperrfristen gelten vorerst bis auf Weiteres und schließen auch Kurzaufenthalte ein. 

Weitere Informationen zum Thema Blutspenden in Corona-Zeiten

Gern kannst Du Dich über unsere kostenlose Hotline 0800 11 949 11 mit uns in Verbindung setzen, um Deine Fragen zum Thema Blutspenden in Corona-Zeiten zu stellen. Auch online findest Du aktuelle Informationen zum Thema:

In unserem Magazinartikel zum Thema Blutspenden in Corona-Zeiten erfährst Du außerdem, was sich bei den Blutspendeterminen geändert hat und welche Vorkehrungen wir treffen, um Dich und unsere Mitarbeiter zu schützen.

Auswirkungen von Impfungen aufs Blutspenden

Du hast Dich gegen eine der genannten Infektionskrankheiten impfen lassen? Die Sperrfristen gelten dann leider trotzdem nach dem Aufenthalt im Risikogebiet, aber Du warst und bist geschützt gegen eine Ansteckung. Bei der Gabe sogenannter Lebend-Impfstoffe gelten allerdings ebenfalls Sperrfristen für die Zeit direkt nach der Impfung. Daher bitten wir Dich, die Regelungen fürs Blutspenden nach der Impfung unbedingt zu beachten.

Blutspenden vor Deinem Urlaub

Dein Urlaub liegt noch vor Dir? Perfekt, dann setze die Blutspende auf die Checkliste vor der Abreise. Als gesunder Spender bist Du besonders in der Ferienzeit gefragt. Unterstütze uns deshalb mit Deiner Blutspende! Blutspendetermine in Deiner Nähe findest Du unter www.drk-blutspende.de/blutspendetermine/

Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, ob Du gerade Blut spenden kannst, steht dir die kostenlose Hotline 0800 11 949 11 der DRK-Blutspendedienste, sowie unser Online-Spende-Check zur Verfügung. Hier können im Vorfeld die Spendentauglichkeit abgeklärt und weitere Fragen rund um das Thema „Wann darf ich Blut spenden?“ beantwortet werden.

Wir wünschen Dir einen wunderschönen, erholsamen Urlaub!

Deine DRK-Blutspendedienste Baden-Württemberg - Hessen und Nord-Ost

 

Häufig gestellte Fragen

Selbstverständlich freuen wir uns auch nach dem Urlaub über Deine Blutspende. Wenn Deine Reise Dich aber in ein Risikogebiet für Malaria oder andere Infektionskrankheiten geführt hat, musst du für einen bestimmten Zeitraum aufs Blutspenden verzichten.
Momentan gilt aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlich die Sonderregelung, dass Du auch nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb Deutschlands oder nach einem Auslandsaufenthalt von der Blutspende zurückgestellt wirst. Ausgenommen von dieser Regelung sind: Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Polen, Tschechische Republik, Österreich, Schweiz und Liechtenstein. (Änderungen vorbehalten!)

Wenn Du in einem Malaria-Risikogebiet Urlaub gemacht hast, wirst du grundsätzlich für sechs Monate von der Blutspende zurückgestellt, bei anderen Infektionsgebieten gelten in der Regel ggf. Sperrfristen von vier Wochen. Während der Corona-Zeit gilt außerdem bis auf Weiteres die Ausnahmeregelung, dass alle Spendewilligen nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet innerhalb Deutschlands oder aus dem Ausland 2 Wochen bis zur nächsten Blutspende warten müssen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Reisende aus den Ländern Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Polen, Tschechische Republik, Österreich, Schweiz und Liechtenstein. (Änderungen vorbehalten!)

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Foto: ©istockphoto.com – lena_serditova


Blutspendedienste Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost
DRK-Blutspende Team

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