Birgit Kaiser auf einem DRK-Blutspendetermin in Schneeberg

Blutspenden mit Erblindung: Birgit Kaiser

Birgit Kaiser ist blind. Das hält sie aber nicht vom Blutspenden ab
Kevin Krenkel

von 

Kevin
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 am 23.06.2020

Es ist ein nass-kalter Februartag im Erzgebirge. Wir besuchen eine typische DRK-Blutspende in der evangelischen Grundschule Schneeberg. Wie immer herrscht dort eine lockere Atmosphäre. Einige der anwesenden Lebensretter kümmern sich gerade um die Fragen auf ihrem Anamnesebogen, andere spenden bereits Blut oder sitzen beim anschließenden Imbiss gemütlich beieinander. Allerdings sticht eine Person heraus. Es ist eine junge Frau. Sie wird von einem DRK-Mitarbeiter begleitet und geführt. Ihr Name ist Birgit Kaiser. Sie ist von Geburt an blind.

Blutspenden sind überlebenswichtig

Die 42-jährige Schneebergerin leistet an diesem regnerischen Montagnachmittag bereits ihre siebte Blutspende. Birgit Kaiser erklärt, wie sie auf die Idee zum Blutspenden kam: „Eigentlich gibt es zwei Gründe. Zum einen war ich vor einigen Jahren selbst bei einer Operation auf Bluttransfusionen angewiesen und weiß daher, wie wichtig es ist, dass immer genügend Spenderblut zur Verfügung steht. Zum anderen habe ich 2012 gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen eine Blutspendeaktion an meiner Arbeitsstelle im Amtsgericht Zwickau organisiert.“ Mit einem Schmunzeln fügt die studierte Diplom-Rechtspflegerin hinzu: „Wenn ich schon für das Blutspenden werbe, wollte ich natürlich auch selbst hingehen.“ 

Mit Blutspenden kann sie anderen Menschen helfen

Der Kontakt zur Blutspende brach auch in den Folgejahren nie ab. Eine Kollegin aus ihrem Gesangs-Terzett, welches sich selbstironisch „Die blinden Hühner“ nennt und ausschließlich aus blinden oder sehbehinderten Menschen besteht, ist bis heute Blutspenderin und berichtet regelmäßig von ihren Erfahrungen. Doch was motiviert Birgit Kaiser eigentlich dazu, zweimal pro Jahr Blut spenden zu gehen? Ganz einfach sagt sie: „Aufgrund meiner Erblindung bin ich im Alltag oft auf fremde Unterstützung angewiesen. Die Blutspende gibt mir die Möglichkeit, endlich selbst einmal anderen Menschen zu helfen.“ Die Schneebergerin betont, dass gerade der persönliche Umgang vor Ort ein wichtiger Grund sei, weshalb sie immer wieder gern beim Deutschen Roten Kreuz Blut spendet: „Ich freue mich wirklich sehr über die Unterstützung der DRK-Mitarbeiter, die mich durch alle Stationen begleiten und mir bei der Orientierung zur Seite stehen.“ 

„Ich bin stolz, Blutspenderin zu sein"

Birgit Kaiser
Spenderin

Birgit Kaiser setzt sich gern für andere Menschen ein. Nicht umsonst ist sie auch Vorstand im „Verein Blinder und Sehbehinderter Aue-Schwarzenberg e.V.“ und hat in dieser Funktion wichtige Projekte wie die Sprachausgabe an Sparkassenautomaten über Kopfhörer umgesetzt. Das Blutspenden bleibt aber ein besonderes Herzensprojekt für sie: Ich bin stolz darauf, Blutspenderin zu sein. Das Gefühl nach der Spende, wenn ich weiß, dass ich etwas Gutes getan habe, ist einfach nur wunderschön.“ Die Schneebergerin möchte als gutes Beispiel für Betroffene vorangehen: „Ich hoffe, dass ich mit mei-nem Einsatz andere blinde und sehbehinderte Menschen dazu motivieren kann, ebenfalls Blut für kranke Patienten zu spenden.“ Ein echtes Vorbild eben. Wir ziehen unseren Hut, liebe Birgit.

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Kevin Krenkel
Kevin

Er liebt den Fußball, ist leidenschaftlicher Anhänger des BVB und geht sehr gern auf Metal-Konzerte.

Referent für Öffentlichkeitsarbeit DRK Blutspendedienst Nord-Ost

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