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Fremdes Blut - Mein Überleben

Blutspendedienste Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost

von 

DRK-Blutspende Team
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 am 01.04.2021

Blutspenderinnen und Blutspender retten jeden Tag Menschenleben. Verbindendes Element bei einer Bluttransfusion ist dieselbe Blutgruppe, die Blutspender und -empfänger miteinander vereint. Unsere Kampagne „It’s a match!“ lässt nicht nur Lebensretter zu Wort kommen, sie gibt auch den Patienten eine Stimme und ein Gesicht, die dank Bluttransfusionen zum Beispiel einen Unfall überlebt haben oder trotz einer schweren Erkrankung wieder positiv in die Zukunft schauen können. Sie alle machen Mut und können noch mehr Menschen zum Spenden motivieren. Hier erzählen wir ihre bewegenden Geschichten.

Fremdes Blut - Mein Überleben

Helmut B. schrieb uns den folgenden Brief. Seit einigen Jahren überlebt er trotz schwerer Erkrankung dank regelmäßiger Bluttransfusionen. Blutspendern ist er von Herzen dankbar!

Brief schreiben, Brief von Empfänger Helmut B

"Den größten Bedarf an Blut von Spendern haben wohl die Krankenhäuser. Den Empfängern dieses Blutes wird die Transfusion häufig nicht bewußt, wenn sie bei einer Operation unter Narkose diesen kostbaren Stoff erhalten. In meinem Fall erfolgt jede Transfusion regelmäßig bewußt zur Erhaltung meines Lebens. Lassen Sie mich meine Geschichte etwas ausführlicher erzählen.

Da in meinem Blutbild die Eisenwerte (Ferritin) auffallend hoch erschienen, hat man bei einer genetischen Untersuchung 1999 bei mir Hämochromatose festgestellt. Aufgrund einer vererbbaren genetischen Veranlagung speichert der Körper zu viel von dem über die Nahrung aufgenommenen Eisen. Dieser zu hohe Ferritinspiegel schädigt längerfristig die Organe. Mit einem Aderlaß von Zeit zu Zeit kann die Eisenmenge im Körper etwas reduziert werden. Dies war bei mir nur solange möglich, wie der Anteil der roten Blutkörper (Hämoglobin) im Körper über 11 g/dl lag.

Nachdem in der folgenden Zeit der Anteil des Hämoglobin in meinem Blut (HB-Wert) laufend fiel, wurde 2006 mit einer Knochenmarkentnahme und einer genetischen Untersuchung des Knochenmarks nach den Ursachen dieses Effekts gesucht. Dabei fand man neben der Hämochromatose die Blutkrankheit MDS (Myelodysplastisches Syndrom), welche statistisch bei 4 Personen pro 100.000 vorkommt. MDS kann schnell innerhalb eines Jahres zu einer akuten Leukämie führen, oder über viele Jahre ein Leben unter Beobachtung zulassen. Letzterer Fall liegt bei mir vor.

Normalerweise liegt der HB-Wert im Blut bei 11,5 bis 17,0 g/dl. Bei einem Wert unter 8 g/dl ist die Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff und damit die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Nachdem bei mir Medikamente wie EPO nicht ansprachen, ist bei MDS eine Bluttransfusion ziemlich die einzige Methode, um den HB-Wert wieder anzuheben. Bei einem HB-Wert von 6,8 erhielt ich 2016 erstmals eine Bluttransfusion. Damit wurde aber gleichzeitig meinem Körper zusätzlich Eisen zugeführt, was den Ferritinwert in kritische Dimension steigen läßt. Mein Arzt sagte, die schwierige Kombination von MDS und Hämochromatose sei ihm noch nicht untergekommen.

Seit 2016 bekomme ich regelmäßig Bluttransfusionen, deren Abstand zunächst 10 Monate betragen hat und nunmehr 4 Wochen. Ohne das fremde Blut wäre ich schon längst tot, was auch mein Arzt bestätigt hat.

Normalerweise bekomme ich bei der Transfusion zwei Beutel Blut, die mir über die nächsten vier Wochen einigermaßen Lebensqualität schenken. Im letzten Mai konnte ich wegen des Engpasses bei der Blutversorgung nur einen Beutel bekommen, was für mich eine harte Zeit brachte.

Ganz herzlichen Dank an meine Spender, die mich am Leben erhalten!"

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