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„Glück bedeutet für mich, anderen Menschen mit einer Blutspende zu helfen“

Kevin Krenkel

von 

Kevin
,

 am 07.07.2021

Blutspenderinnen und Blutspender retten jeden Tag Menschenleben. Verbindendes Element bei einer Bluttransfusion ist dieselbe Blutgruppe, die Blutspender und -empfänger miteinander vereint. Unsere Kampagne „It’s a match!“ lässt nicht nur Lebensretter zu Wort kommen, sie gibt auch den Patienten eine Stimme und ein Gesicht, die dank Bluttransfusionen zum Beispiel einen Unfall überlebt haben oder trotz einer schweren Erkrankung wieder positiv in die Zukunft schauen können. Sie alle machen Mut und können noch mehr Menschen zum Spenden motivieren. Hier erzählen wir ihre bewegenden Geschichte.

Die Schattenseiten der Idylle

Entspannen in der Natur

O Arzgebirg, wie bist du schie,
mit deine Wälder, ihr Wiesen, Barg on Tol,

in Winter weiß, in Sommer grü.
O Arzgebirg, wie bist du schie!

So erklingt es am Anfang des volkstümlichen Liedes „Arzgebirg, wie bist du schie!“ von Anton Günther – eine Liebeserklärung an das idyllische Erzgebirge. Und genau hier besuchen wir Nancy Bayerl. Die 33-jährige lebt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten im beschaulichen Ehrenfriedersdorf, einer 5000 Einwohnerstadt circa 25 Kilometer südlich von Chemnitz. Bekannt ist Ehrenfriedersdorf vor allem durch die spektakulären Greifensteine. Hier geht Nancy gern wandern und genießt die Ruhe in der Natur. Am besten entspannt sie bei einem spannenden Thriller ihres Lieblingsautors Sebastian Fitzek vom Alltag. Seit ihrer Geburt lebt die gelernte Erzieherin an diesem wunderschönen Ort. Doch nicht immer war das Leben von Nancy und ihren Liebsten unbeschwert.

„Meine größte Motivation bei der Blutspende ist es, anderen Menschen, denen es gesundheitlich nicht so gut geht, zu helfen und das Leben zumindest etwas lebenswerter zu machen.“

Nancy Bayerl

Nancys Vater erkrankt schwer an seltener Krebsart

Vor einigen Jahren diagnostizieren die Ärzte bei Nancy’s Vater ein Non-Hodgkin-Lymphom – bekannt unter dem Namen Morbus Waldenström. Bei dieser sehr seltenen Krebsart befallen bösartige Tumore das gesunde Lymphgewebe. Die Erkrankung ist deshalb so schwerwiegend, weil sich im gesamten Körper Lymphgewebe befindet und Non-Hodgkin-Lymphome dementsprechend an jeder Stelle im Körper entstehen können. Bei Morbus Waldenström wird vor allem das Knochenmark infiltriert.

Auf Wanderung im Erzgebirge

Die Diagnose – ein Schock! Von heute auf morgen wurde das Familienleben auf den Kopf gestellt. Damals wusste niemand so recht, wie alles ausgeht. Denn eine Krebsdiagnose stellt nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen vor große Herausforderungen und Ängste. Trauer und Sorge mischen sich mit Hilflosigkeit und Verzweiflung. Doch irgendwie muss es weitergehen.

Genauso war es bei Nancy’s Vater. Nachdem die Diagnose feststand, war er im Rahmen seiner Therapie für mehrere Monate auf Bluttransfusionen angewiesen. Eine anstrengende Prozedur, aber Nancy erzählt uns: „Nach jeder Transfusion hatte mein Vati neue Kraft, um weiterzukämpfen“. Besonders ein Augenblick ist ihr bis heute im Gedächtnis geblieben: „Nach einer der unzähligen Behandlungen sagte mein Vati zu mir, dass er sich nach jeder Bluttransfusion fast wieder wie gesund fühlt.“ Das war ein einschneidender Moment für Nancy. Sie wusste, dass ihr Vater nur überleben kann, weil andere Menschen Blut für ihn spenden. Nancy wollte etwas zurückgeben und geht seitdem regelmäßig zur Blutspende, wie sie uns berichtet: „Meine größte Motivation bei der Blutspende ist es, anderen Menschen, denen es gesundheitlich nicht so gut geht, zu helfen und das Leben zumindest etwas lebenswerter zu machen.“

„Blutspenden ist für mich die einfachste Methode, um Leben zu retten“

Über den Dächern Leipzigs

Nancy’s Vater geht es mittlerweile wieder gut. Zwar handelt es sich bei Morbus Waldenström um eine chronische Krankheit, doch Nancy erzählt uns: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Krebs besiegt. Mein Vati erhält nur noch Transfusionen, wenn die Blutwerte schlechter werden“. Nancy ist dankbar für die Hilfe der Menschen, die für ihren Papa Blut gespendet haben.

Die junge Frau hat zum Abschluss unseres Gesprächs eine wichtige Botschaft, die ihr auf dem Herzen liegt: „Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein. Für mich bedeutet Glück, anderen Menschen helfen zu können. Die Blutspende ist das beste Beispiel. Mit einem kleinen Piecks und einer halben Stunde Zeit ist viel erreicht. Für mich gibt es keine einfachere Methode, um Leben zu retten.“ Dem können wir uns nur anschließen, liebe Nancy. Wir wünschen dir und deinem Vati alles Gute für die Zukunft!

Wenn auch du Menschenleben retten möchtest, freuen wir uns auf deinen Besuch auf einem unserer zahlreichen Blutspendetermine. Passende Blutspendetermine in deiner Region findest du über unsere Terminsuche.

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Foto: © privat


Kevin Krenkel
Kevin

Er liebt den Fußball, ist leidenschaftlicher Anhänger des BVB und geht sehr gern auf Metal-Konzerte.

Referent für Öffentlichkeitsarbeit DRK Blutspendedienst Nord-Ost

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