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„Ich könnte doch selbst einmal das Blut eines anderen benötigen“: Jolie Reimer aus Hamburg spendet Blut, seitdem sie 18 ist

Autorin Susanne

von 

Susanne
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 am 04.03.2021

Blutspenderinnen und Blutspender retten jeden Tag Menschenleben. Verbindendes Element bei einer Bluttransfusion ist dieselbe Blutgruppe, die Blutspender und -empfänger miteinander vereint. Unsere Kampagne „It’s a match!“ lässt nicht nur Lebensretter zu Wort kommen, sie gibt auch den Patienten eine Stimme und ein Gesicht, die dank Bluttransfusionen zum Beispiel einen Unfall überlebt haben oder trotz einer schweren Erkrankung wieder positiv in die Zukunft schauen können. Sie alle machen Mut und können noch mehr Menschen zum Spenden motivieren. Hier erzählen wir ihre bewegenden Geschichten.

Jolie Reimer hat schon als Kind ihren Vater zur Blutspende begleitet

Jolie Reimer, Blutspenderin sitzt auf Sessel und lächelt

Erst vor wenigen Wochen ist Jolie Reimer 20 Jahre alt geworden, den Ablauf einer Blutspende kennt die junge Frau aber schon sehr gut. Fünf Spenden sind auf ihrem Blutspendeausweis bereits vermerkt. Auch die zusätzlichen Schutzmaßnahmen, die auf Blutspendeterminen seit Beginn der Corona-Pandemie gelten, sind für sie nichts Neues. Selbst unter Pandemie-Bedingungen hat die Studentin aus Hamburg bereits zwei Spenden abgegeben. Die Einlasskontrolle vor den Spenderäumlichkeiten passiert sie entsprechend ohne zu zögern oder weitere Fragen zu haben. In einem Hamburger Hotel empfängt der DRK-Blutspendedienst an diesem Nachmittag engagierte Menschen zur Spende, die alle eines gemeinsam haben: Sie wissen, wie dringend viele Patienten auf Blutspenden angewiesen sind, und sie wollen diesen Menschen mit ihrem Einsatz helfen.

Jolie hat sogar schon Blutspendeaktionen besucht, bevor sie überhaupt selbst spenden konnte. „Mein Vater ist regelmäßiger Blutspender. Als Kind hat er mich zu seinen Spenden mitgenommen, da durfte ich zuschauen. Alles rund um das Thema Medizin hat mich schon damals interessiert“. Dass Jolie kurz nach ihrem 18. Geburtstag dann selbst zur Erstspenderin wurde, war für sie selbstverständlich. „Fünf Tage nach dem Geburtstag habe ich meine erste Spende abgegeben. Ich war vorher recht aufgeregt, konnte es aber dennoch kaum erwarten“, erinnert sie sich.

Jolie studiert heute Hebammenwissenschaft

Aus dem kindlichen Interesse für die Medizin wurde dann ein Berufswunsch: Seit September 2020 ist Jolie Studentin des neu eingerichteten, dualen Studiengangs Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg). Im Rahmen ihres Studiums hatte sie bereits einige Praxiseinsätze und war bei Geburten dabei. Diese praktische Arbeit habe ihr klargemacht, wie schnell und wie dringend das Blut gebraucht werden kann, das andere Menschen spenden. So werden beispielsweise tatsächlich rund 4 % der aus dem gespendeten Blut hergestellten Präparate für Komplikationen bei Geburten benötigt.

„Während einer Geburt steht die Welt für die Eltern für einen Moment still. Im Raum ist dann so viel Freude und Glück. Wenn man dann sieht, dass es einer Mutter oder auch einem neugeborenen Kind schlecht geht, dann will man einfach unbedingt helfen. Das kann ich auch mit einer Blutspende“.

Jolie Reimer
Studentin der Hebammenwissenschaft aus Hamburg

Klarer als je zuvor sei ihr jetzt bei ihrer Arbeit, wie sehr eine Blutspende nicht nur ein Menschenleben retten könne, sondern das Leben einer ganzen Familie. Zu sehen, dass das gespendete Blut auch ankommt, dass es in der Realität gebraucht wird, das habe ihr für ihr Engagement als Blutspenderin nochmal einen riesigen Motivationsschub gegeben.

Jolie wirbt auch in ihrem Freundeskreis für die Blutspende

Um noch mehr Menschen auf das lebenswichtige Thema Blutspende aufmerksam zu machen, wirbt Jolie auch im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis dafür. Einige Freunde hat sie bereits überzeugt, einfach einmal zum Spenden mitzukommen. „Wenn man mit jemandem gemeinsam zum Termin geht, der das alles schon einmal gemacht hat, dann ist es noch viel einfacher. Und in einer Gruppe macht es sowieso mehr Spaß als allein.“ Auch mit ihrer Teilnahme an der Kampagne „It’s a match“ möchte Jolie noch mehr Aufmerksamkeit auf die Blutspende lenken. Mit ihrer Blutgruppe 0 Rhesus positiv ist sie ein „match“ für viele Patienten. Denn sie kommt als Spenderin für Empfänger aller anderen rhesuspositiven Blutgruppen infrage.

„Durch meine Arbeit kenne ich jetzt nicht nur die Spender-, sondern auch die Empfängerseite. Für mich ist das nicht mehr anonym. Ich habe Menschen vor Augen. Wäre ich jemals selbst auf Spenderblut angewiesen: Ich bin jedem dankbar, der gespendet hat und weiterhin Blut spendet.“

Jolie Reimer ist eine überzeugte und sehr überzeugende Blutspenderin. Mit ihrem Engagement leistet sie einen großartigen Beitrag dazu, dass die Blutversorgung auch zukünftig sichergestellt werden kann. Ihr und allen weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern an unserer Kampagne, die wir hier im Laufe der kommenden Wochen und Monate vorstellen, gilt unser herzlicher Dank!    

Willst du mehr über unsere Kampagne "It's a match!" erfahren? Hier geht es zur Kampagne.

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Fotos im Beitrag: S.v.Rabenau/DRK-Blutspendedienst


Autorin Susanne
Susanne

Liebt als gebürtige Kielerin Wind und Meer und freut sich, dass sie auf vielen Terminen zum Thema Blutspende in Hamburg und Schleswig-Holstein Land und Leute immer besser kennenlernt.

Pressereferentin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Standort in Lütjensee, Schleswig-Holstein

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