Blutspende hautnah

Was passiert mit meiner Blutspende?

Blutspendedienste Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost

von 

DRK-Blutspende Team
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 am 04.06.2020

Hast Du Dich schon einmal gefragt, was mit Deinem Blut nach der Blutspende passiert? Bestimmte Abläufe müssen immer eingehalten werden – ob Du regelmäßig Dein Blut für andere spendest oder Erstspender bist. Wir erläutern Dir den Weg der 500 ml Blutspende von Dir als Spender bis zum Empfänger: vom Transport über die Labortestung, die Auftrennung und Verarbeitung bis hin zur Versorgung der Patienten.

Transport der Blutbeutel und Labortestung

Wenn Deine Spende sicher verpackt ist, werden Blutbeutel und Teströhrchen im gekühlten Transporter in eines der DRK-Zentrallabore gefahren. Sofort nach Eintreffen in den Instituten beginnt die Weiterverarbeitung. Jede Blutspende wird mit modernster Labordiagnostik auf folgende durch Blut übertragbare Krankheiten getestet:

  • virusbedingte Leberentzündungen (Hepatitis-B und -C)
  • HIV-Infektion
  • Antikörper gegen den Erreger der Syphilis
  • Hepatitis A und Parvovirus B 19

Falls bei den Untersuchungen ein Befund von der Norm abweichen sollte, wirst Du als Spender (bzw. Dein Hausarzt) schriftlich über dieses Ergebnis informiert. Zudem erfolgt im Rahmen dieser Diagnostik auch die Bestimmung der Blutgruppen-Zugehörigkeit. Dein Blut wird auf Antikörper getestet, die gegen körperfremde Blutzellen gerichtet sind und bei Bluttransfusionen Zwischenfälle verursachen können (Bestimmung der Blutgruppe).

Blut zentrifugieren und verarbeiten

Blutspende wird in einer Zentrifuge in die einzelnen Blutbestandteile aufgeteilt.
Durch Zentrifugieren des Blutes wird Deine Blutspende in die einzelnen Bestandteile Blutplasma, Blutplättchen und Blutkörperchen aufgeteilt.

Zur gleichen Zeit werden die Blutkonserven in den Kisten in die sogenannte Produktionsabteilung gebracht, in der das Blut durch Zentrifugieren mit 3.500 Umdrehungen pro Minute in die einzelnen Bestandteile aufgeteilt wird. Nach zirka 20 Minuten werden die unterschiedlichen Schichten sichtbar: Das Blutplasma schwimmt ganz oben, die roten Blutkörperchen unten und dazwischen sind weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) zu sehen.

Auftrennen der einzelnen Blutbestandteile in Compamaten.
Nachdem das Blut zentrifugiert wurde, werden die Blutbestandteile in den Compomaten in unterschiedliche Beutel getrennt.

Nach der Zentrifugation erfolgt das Auftrennen der einzelnen Blutbestandteile in die unterschiedlichen Beutel an speziellen Maschinen, den sogenannte Compomaten. Dabei ist das bei der Blutspende verwendete Beutelsystem so konstruiert, dass die einzelnen Blutkomponenten in separate, bereits fest verbundene Beutel überführt werden können, ohne dass das System geöffnet werden muss. Dadurch können Reaktionen mit der Luft und Verunreinigungen vermieden werden.

Wie die Verarbeitung Deiner Blutspende und das Zentrifugieren des Blutes im Detail abläuft, kannst Du hier am Beispiel der Weiterverarbeitung einer Blutspende im Institut für Transfusionsmedizin in Lütjensee nachlesen.

Weiterverarbeitung der einzelnen Blutbestandteile

Mann friert Beutel mit Blutplasma ein
Die Beutel mit dem Plasma werden tiefgefroren und sind so bis zu 2 Jahre haltbar.

Anschließend an die Auftrennung der Blutbestandteile wird der Beutel mit dem Plasma tiefgefroren und geht für mehrere Monate in Quarantäne, bevor er an die Krankenhäuser abgegeben wird.

Person scannt Etikett auf Beutel mit Thrombozyten.
Durch erneutes Zentrifugieren und maschinelles Separieren des Buffycoat werden die Blutplättchen (Thrombozyten) gewonnen.

Aus den Blutkörperchen werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), deren Keime und Bakterien für den Empfänger des Blutpräparates schädlich sein können, herausgefiltert, um so das Konzentrat aus roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrat) zu gewinnen. Aus dem noch verbleibenden Bestandteil, dem Buffycoat, werden schließlich die Blutplättchen (Thrombozyten) gewonnen. Dafür ist ein erneutes Zentrifugieren und maschinelles Separieren von Leukozyten notwendig.

Haltbarkeit der Blutprodukte

Die umfangreiche Aufbereitung der Blutspende ermöglicht, dass jeder Patient individuell die Komponente bekommt, die er benötigt. So kannst Du mit einer einzigen Vollblutspende bis zu drei Patienten helfen! Darüber hinaus gewährleistet die Auftrennung eine bessere Lagerfähigkeit. Denn die einzelnen Blutprodukte sind unterschiedlich haltbar:

  • die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind bei 4°C bis zu 35 Tage,
  • das Blutplasma bei -40°C bis zu zwei Jahre und
  • die Thrombozyten bei 20 bis 24°C nur vier Tage haltbar.

Innerhalb von 24 Stunden stehen die aufbereiteten und getesteten Blutprodukte an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr für den Transport in die Krankenhäuser bereit.

 

Falls Du noch weitere Fragen dazu hast, was mit Deiner Blutspende passiert oder unsicher bist, ob Du Blut spenden kannst, steht Dir unsere kostenlose Hotline 0800 11 949 11 zur Verfügung.

Wir freuen uns, Dich bei einem unserer Blutspendetermine begrüßen zu dürfen!

Deine DRK-Blutspendedienste Nord-Ost und Baden-Württemberg - Hessen 

Häufig gestellte Fragen

Deine Blutspende wird in einem gekühlten Transporter in ein Zentrallabor der DRK Blutspendedienste gefahren. Dort wird Dein Blut auf übertragbare Krankheiten getestet und in seine drei Hauptbestandteile Blutplasma, Blutplättchen und Blutkörperchen getrennt. Diese Blut- und Plasmaprodukte werden dann den Patienten je nach Bedarf bereitgestellt.

Ja. Jede Blutspende wird mit modernster Labordiagnostik auf verschiedene durch Blut übertragbare Krankheiten getestet, darunter HIV und Hepatitis. Zudem wird die Blutgruppe untersucht.

Blutspenden werden in drei Komponenten aufgeteilt, die unterschiedlich lange haltbar sind. Die Blutplättchen (Thrombozyten) sind etwa vier Tage, die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ca. 35 Tage und das Blutplasma bis zu zwei Jahre haltbar.

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