Zeckenbiss

Zeckenbiss und Borreliose: ist eine Blutspende möglich?

Kerstin, Autorin digitales Spendermagazin

von 

Kerstin
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 am 03.05.2021

Zeckenbiss und Borreliose: ist eine Blutspende möglich?

Bei einem Zeckenbiss besteht das Risiko, sich mit Krankheitserregern zu infizieren. In Deutschland sind Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) die bedeutsamsten durch Zecken übertragenen Krankheiten. In diesem Beitrag erfährst Du, welche Auswirkungen Zeckenbisse auf die Blutspende haben und ob Du nach einer FSME-Impfung oder mit Borreliose Blut spenden darfst.

Wartezeiten für eine Blutspende nach Zeckenbiss, Borreliose und FSME-Impfung

Da Zecken Krankheitserreger übertragen können, gelten bei uns folgende Wartezeiten für eine Blutspende:

Wie eine Infektion durch einen Zeckenbiss entstehen kann

Der Gemeine Holzbock ist die häufigste Zeckenart in Deutschland, die Krankheitserreger wie Borrelien und FSME-Viren überträgt. Borrelien sind Bakterien, die Borreliose auslösen. FSME-Viren verursachen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Längst nicht jede Zecke trägt die Erreger in sich, aber die Anzahl der beiden Infektionskrankheiten hat in den letzten Jahren zugenommen. Zecken leben überall dort, wo Pflanzen wachsen und wo Säugetiere oder eben auch der Mensch als geeignete Wirte vorkommen. Die Zecken positionieren sich auf den Pflanzen, um sich von einem vorbeikommenden Wirt abstreifen zu lassen. Anschließend suchen sie nach einer geschützten Körperstelle, wo sie zustechen und Blut saugen. Genau genommen handelt es sich also um einen Zeckenstich und nicht um einen Biss. Ist eine Zecke mit Borrelien oder FSME-Viren infiziert, können diese dabei in die Blutbahn des Wirtes gelangen.

 

Ist eine Blutspende nach einem Zeckenbiss erlaubt?

Nach einem Zeckenbiss besteht vorsichtshalber immer eine Rückstellung von der Blutspende für vier Wochen. Da sich beide Erkrankungen in der Regel nicht unmittelbar nach dem Zeckenbiss bemerkbar machen, bist Du vielleicht schon infiziert, bekommst aber erst später Symptome. Dann soll Dein Körper sich ganz auf die Genesung konzentrieren, ohne zusätzlich einen Blutverlust durch eine Blutspende ausgleichen zu müssen.

Dennoch spielt auch der Empfängerschutz eine Rolle bei dem vorübergehenden Ausschluss von der Blutspende. Auf diese Weise wollen wir als Blutspendedienste ganz sicher gehen.

Blutspenden nach einer Borreliose

Als bei etwa der Hälfte dervon einer Borreliose Betroffenen gilt die sogenannte Wanderröte um die Infektionsstelle. Häufig bildet sich eine ringförmige Rötung, die innen blasser als am Rand ist. Bemerkst Du eine solche Wanderröte, solltest Du unbedingt zum Arzt gehen. Antibiotika helfen Dir dann, die Infektion zu besiegen. Je früher eine Borreliose behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bleibt eine rechtzeitige Antibiotikabehandlung aus, kann eine Borreliose auch chronisch werden und ist deutlich schwerer in den Griff zu bekommen.

Für die Blutspende bedeutet eine Borreliose-Erkrankung eine Sperrfrist von vier Monaten ab dem Zeitpunkt, an dem keine Symptome mehr aufgetreten sind und die Behandlung erfolgreich beendet wurde. Denn Dein Körper ist mit der Infektion schon beschäftigt genug und zudem soll die Sperrfrist Risiken für den Empfänger der Blutspende minimieren. Darüber hinaus beeinflussen bei einer Blutspende Medikamente die Spendefähigkeit. Deshalb ist eine Blutspende nach einer Borreliose-Erkrankung erst ab diesem Zeitpunkt wieder möglich.

FSME und Blutspende

FSME äußerst sich zunächst meist durch grippeähnliche Symptome. Da Du Dich bei einer Blutspende gesund fühlen sollst, ist selbstverständlich auch eine FSME-Erkrankung ein Rückstellgrund für eine Blutspende. Gegen FSME existieren keine Medikamente, die die Ursache der Erkrankung behandeln. Allerdings kannst Du Dich gegen FSME impfen lassen. Zecken mit FSME-Viren sind in Deutschland weniger verbreitet als Zecken mit Borrelien. Es gibt ausgewiesene deutsche FSME-Risikogebiete, in denen eine FSME-Impfung durchaus sinnvoll ist. Für eine Blutspende nach einer FSME-Impfung ist keine Wartezeit erforderlich, da die Impfung mit einem Totimpfstoff erfolgt. Du kannst direkt am nächsten Tag Blut spenden, wenn Du fit bist und keinerlei Beschwerden hast. Hingegen ist das Blutspenden nach einer Impfung mit Lebendimpfstoffen erst nach einer längeren Sperrfrist möglich.

Kein Zeckenbiss? Auf zur Blutspende!

Nach einem Zeckenbiss musst Du vier Wochen bis zur Blutspende warten. Wenn Du Symptome einer Infektion aufweist, gelten vier Monate Wartezeit bist Du symptomfrei bist und die Behandlung abgeschlossen ist. Das sind Vorsichtsmaßnahmen, die wir zu Deinem eigenen Schutz und zum Schutz des Empfängers der Blutspende ergreifen. Möchtest Du nach einem Zeckenbiss oder einer überstandenen Borreliose Blut spenden, begrüßen wir Dich nach den entsprechenden Sperrfristen sehr gerne als Blutspender und Lebensretter. Komm dann doch einfach zum nächsten Blutspendetermin in Deiner Nähe vorbei!

Deine DRK-Blutspendedienste Nord-Ost und Baden-Württemberg/Hessen

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Kerstin, Autorin digitales Spendermagazin
Kerstin

Das Thema Blutspende hat so viele interessante Facetten, wir stellen sie hier vor.

Pressesprecherin DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, Standort: Berlin

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